22. Oktober 2020

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#Notfallsanitäter-Ergänzungsprüfung Woche 2 Tag 3 /Teil 1

Wir starten also in den dritten Tag der zweiten Woche. Nach viel Theorie und langen Sitz-Eskapaden kribbelte es allen schon ein bisschen in den Fingern. Auf dem Stundenplan stand "Praxis-Thorax Entlastungspunktion...

Wir starten also in den dritten Tag der zweiten Woche. Nach viel Theorie und langen Sitz-Eskapaden kribbelte es allen schon ein bisschen in den Fingern. Auf dem Stundenplan stand „Praxis-Thorax Entlastungspunktion, Thoraxdrainage, Intraossärer Zugang und Koniotomie“. Natürlich durften wir das alles am Menschen probieren „“““NICHT“““ 🙂 . Nein natürlich nicht hehe, geübt wurde an einem Schinken, obwohl Bauchspeck trifft es schon eher zumindest bei der Drainage und der Entlastungspunktion. Bevor wir mit ein paar Bildchen loslegen möchte ich Euch erstmal die Maßnahmen erklären. Alle medizinischen Beispiele werde ich dann später nochmal mit einem Einzelartikel viel näher beschreiben.

Die Thoraxdrainage

Die Thoraxdrainage ist ein Ableitungssystem , mit dem Flüssigkeiten oder Luft aus dem Pleuraraum aber auch anderen Körperräumen, abgeführt werden können. Da es im Rettungsdienst prioritätsmässig um die Lunge geht, nehmen wir den Pleuraraum zum erklären. Es gibt 2 Arten der Lage dieser Drainagen. Eine nach Bülau und eine nach Monaldi. Bei der Bülau Drainage wird diese im 4 ICR(Zwischenrippenraum) zwischen vorderer und mittlerer Axillarlinie gelegt und bei Monaldi im 2. ICR in der Medioklavikularlinie, wobei hier Bülau der Standard ist.

DrainageSets (Copyright msdynamics)

Die Thoraxentlastungspunktion

In Notfallsituationen, besonders bei Brustkorbverletzungen, kann es vorkommen das Luft in den Spalt der Lunge(Pleura) zwischen das Lungenfell (Pleura viszeralis) und das Rippenfell (Pleura parietalis) kommt. Wenn bei dieser Verletzung ein Ventilmechanismus entsteht, kann diese Luft nicht mehr entweichen und der Druck im thorakalen Raum wird immer größer. Die betroffene Lungenseite kollabiert, die Luft drückt auf das Herz direkt auf die obere und untere Hohlvene und alle weiteren Thoraxorgane.

DIES IST EINE LEBENSBEDROHLICHE SITUATION!!!!

Um die Luft entweichen zu lassen, wird im 2. oder 3. ICR mit z.b. einer Flexüle mit aufgesetzter Spritze (nacl 5 ml) auf die Rippe punktiert und dann oberhalb der Rippe in den Pleuraspalt unter Aspiration vorgeschoben bis Luft aspiriert wird.

Vorsichtige Palpation durch das Muskelgewebe bis zum Rippenfell, bei der Thoraxdrainage (Copyright msdynamics)

Oh vieeel Input, morgen geht’s weiter.

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