24. Oktober 2020

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Referat Höhenkrankheit

Vortrag zum Thema Höhenkrankheit

Definition

Allgemein kann man die Höhenkrankheit folgendermassen definieren:

„ Die Höhenkrankheit ist ein Symptomenkomplex, der durch die Luftdruckveränderungen mit zunehmender Höhe, bei nicht adaptierten Personen auftreten kann. Also kommt sie vor bei der Überwindung von grossen Höhenunterschieden.“

Meist verstärkt sich das ganze durch eine gleichzeitige körperliche Belastung. Man geht davon aus das bei Personen die keine Akklimatisierung, also eine individuelle physiologische Anpassung des Organismus an die veränderten Umweltfaktoren der Höhe vorgenommen haben, 25-30% betroffen sind. Bei einem zu schnellen Aufstieg sind es sogar 75 % der Personen. Durch verschiedene Faktoren wie Alkoholkonsum, Drogenkonsum, Schlafmittel, Infekte oder die vermehrte Ausscheidung (Höhendiurese genannt) wird die Wahrscheinlichkeit an der Höhenkrankheit zu erkranken drastisch herauf gesetzt.

Die ersten Symptome treten meist in Höhen um die 3000 – 4000 m auf , wobei diese auch bei einer Höhe von 2500 m schon vorkommen können. Die Höhenkrankheit wird auch als AMS ( Acute Mountain Sickness) bezeichnet.

Pathophysiologie

Der niedrigere Luftdruck in grossen Höhen, besonders der niedrigere Sauerstoffpartialdruck gelten als Auslöser. Fälschlicherweise wird geraten in grossen Höhen mit viel Flüssigkeit gegen die Krankheit vorzugehen, was diese aber verstärken kann. Denn durch die bestehende Hypoxie in den Höhen kommt es zu zerebralen und pulmonalen Ödemen. In den zebralen Gefässen kommt es zu einer Vasodilatation und dadurch zu einer Erweiterung der Gefässwände, wodurch Plasma in die Interzellularsubstanz austreten kann. In den pulmonalen Gefässen kommt es zu einer Vasokonstriktion mit Mikrorupturen der Gefässe und dadurch zu einem Austritt von Flüssigkeit in das Lungengewebe.

Ödeme im Gehirn

Ödeme im Gehirn werden im Zusammenhang mit AMS auch HACE ( High Altitude Cerebral Edema ) genannt.

Ödeme in der Lunge

Ödeme in der Lunge werden im Zusammenhang mit AMS auch HAPE ( High Altitude Pulmonary Edema ) genannt.
Symptomatik

Das Leitsymptom besteht im Auftreten von starken Kopfschmerzen. Daneben treten frühzeitig auch Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwächegefühl, Schwindel, nächtliche Atempausen und Schlafstörungen auf.
Begleitsymptome der akuten Höhenkrankheit sind Erbrechen, Atemnot auch in Ruhe, schwerer Husten mit bräunlichem Auswurf und extrem verringerte bis fehlende Harnproduktion (<0,5 l/24h). Ödeme in der Lunge und im Gehirn sind weitere Symptome.

Massnahmen RA / RS

Am wichtigsten ist der sofortige und schnelle Abtransport in tiefere Höhenlagen, was als die Therapie schlechthin gilt. Ist der Abstieg nicht möglich, sollten auch zur Vorbereitung auf diesen spezielle Massnahmen in Betracht gezogen werden. Dort würde sich ein Überdrucksack anbieten. In diesem Überdrucksack kann mit gewissen Grenzen ein Verhältnis wie in einer Druckkammer geschaffen werden.

Weitere Massnahmen sind die Ruhigstellung des Patienten, keine weiteren körperlichen Belastungen, Oberkörper hochlagern, O2 Gabe 4-6 l/min über Maske, Monitoring mit RR, Puls, EKG, SpO2 und die Auskultation der Lunge um ggf. verminderte Atemgeräusche festzustellen. In Notkompetenz sollte das legen eines peripher venösen Zugangs, die Applikation kristalloider Lösungen, die Applikation von Medikamenten ( in diesem Fall Dexamethason ) und bei einem Atem- oder Herz-Kreislaufstillstand die Intubation und Defibrillation durchgeführt werden.

Beachten sollte man das in einigen Büchern steht, das Dexamethason bei HAPE unwirksam ist. Aber darüber hab ich noch nicht viele Aussagen und/oder genaueres gefunden.

Dexamethason: wirkt entzündungshemmend und dämpfend auf das Immunsystem. Es kann auch zur Vorbeugung, zum Beispiel von Bergsteigern, eingenommen werden.

Massnahmen für den NA

Der Notarzt sollte mit einer medikamentösen Therapie beginnen. Diese setzt sich zusammen aus Diazepam zur Sedierung, Nifedipin zur Senkung des Pulmonalisdruckes und Furosemid zur Erhöhung der Harnproduktion. Weiterhin sollte Dexamethason gegeben werden. Der RA/RS sollte dem Notarzt dabei assistieren und ggf. die Medikamente aufziehen und anhand der Geräte die Überwachung des Patienten durchführen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man sagen das die Höhenkrankheit eine akut lebensbedrohliche Situation darstellen kann. Bei überempfindlichen Personen können die ersten Symptome auch schon ab einer Höhe von 1500 m auftreten. Weiterhin kann man sagen das durch eine Anpassung des Körpers oftmals die Höhenkrankheit abgeschwächt, wenn nicht sogar verhindert werden kann. Diese Anpassung funktioniert allerdings nur bis zu einer Höhe von 5000 m , darüber nicht mehr. Die Massnahmen zur Therapie der Höhenkrankheit fallen unter den Bereich der Höhenmedizin, wofür sicherlich eine gesonderte Ausbildung, wie zum Beispiel bei Bergrettern, nötig ist.

Quellen: Wikipedia , Memorix Notfallmedizin und LPN (S&K Verlag)

Wer Anregungen und Kritik hat, bitte in die Comments. 🙂

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